Assassins Creed Unity Wie ein Spiel eine ganze Reihe verändertt

Assassins Creed hat mit Origins einen neuen Weg eingeschlagen, den es mit Odyssey und Valhalla fortgesetzt hat. Was für ein Spiel war Assassins Creed Unity und warum konnte es eine ganze Franchise verändern?

Wie begann Assassins Creed

In all den Jahren seit es die Assassins Creed Reihe gibt, hat sich UbiSoft große Mühe gegeben die Reihe auszubauen und Massentauglicher zu machen.

Im Jahr 2007 erschien der erste Teil der Reihe und ich war ein Käufer der ersten Stunde. Begeistert stürzte ich mich in die Welt der Assassinen und war schnell ernüchtert. Zu viele Bugs und andere Schwächen im Game Play bremsten meinen Spielspaß erheblich. So sind meine Erinnerungen an den ersten Teil auch nur noch nebelhaft vorhanden.

Zeit für Helden

2009 war dann die Geburtstunde von Ezio Auditore in Assassins Creed 2 und mit ihm begann die Reihe erst wirklich zu dem zu werden, was sie heute ist. In einer Geschichte aus Rache, dem Kampf gegen die Templer und einer Verschwörung, führt es Ezio durch Italien. Hier beginnt auch die Reihe richtig ihre Elemente aus Parcours, Attentaten und gut erzählten Geschichten zu einem besonderen Erlebnis zu vermengen.

Der jährliche Assassins Creed Rhythmus

Mit Assassins Creed Brotherhood (2010) und Assassins Creed Revelations sollte Ezio noch 2 weitere Auftritte haben. Der jährliche Erscheinungsrhythmus war ebenfalls auf den Weg gebracht und wurde mit neuen Hauptfiguren in Assassins Creed 3 (2012), Assassins Creed Black Flag (2013), Assassins Creed Rogue (Standalone DLC von Black Flag) (2014), Assassins Creed Unity (2014) und Assassins Creed Syndicate (2015) fortgesetzt.

Die etlichen Nebenableger der Reihe und Versionen für Mobilgeräte lasse ich hier bewusst mal außen vor.

Unity und der Sprung auf eine neue Generation

Mit Assassins Creed Unity erschien Erstmals ein Teil der reihe auf der damals noch neuen Konsolengeneration. Neue Engine, neue Hardware und eine zu kurze Entwicklungszeit resultierten in einer Release Version mit massiven Fehlern.

„Unfortunately, at launch, the overall Quality oft he game was disminished by bugs and unexpected technical issues.“

Schrieb Yannis Mallat (chief executive of Ubisoft Montreal & Toronto dazu.

Zwar verkaufte sich Unity noch gut im Vergleich zu seinen Vorgängern, allerdings sollte das im folgenden Jahr erschienenen Syndicate darunter leiden. Zwar gab UbiSoft an, dass die Verkaufszahlen nur in der ersten Woche hinter denen von Unity lagen, aber ist hier nicht eindeutig, wie gut es sich zum Start wirklich verkaufte.

Assassins Creed Syndicate das letzte seiner Art

2015 erschien mit Assassins Creed Syndicate der Teil, der als letztes eine Stealth Action Mechanik als grundlegendes Game Play hatte. Die Entwickler versuchten zwar mir den Pferdegespannen und dem Greifhaken neue Mechaniken zu etablieren, allerdings waren die Reaktionen der Fans und die Verkaufszahlen verhalten.

Eurogamer Schrieb dazu: Zum Text

Das alles zeigte seine Folgen im nächsten Jahr. Der jährliche Release blieb aus und es dauerte 2 Jahre bis mit Assassins Creed Origins ein neuer Teil erschien, der vieles anders machen sollte und damit erfolgreich war.

Eine Reihe erfindet sich neu

Mit Origins wagt UbiSoft 2017 dann einen Neuanfang. Mit Bayek durchstreifte man damals das alte Ägypten, bestieg die Pyramiden und rächte den Tod seines Sohnes. Während man die Ursprünge des Assassinen Ordens erlebt, fällt dem Spieler schnell auf, dass sich einiges verändert hat.  Mehr Rollenspielelemente, weniger Parcours Klettern, weniger Assassine, ein neues Kampfsystem und die Gegenwartsgeschichte verlor weiter an Bedeutung.

Die neuen Assassins Creed Teile

Gute Verkaufszahlen bestätigten den neuen Kurs und inzwischen sind mit Origins, Odyssey und Valhalla drei Teile erschienen, welche auf einem Rollenspielsystem basieren und den Assassinen Aspekt stärker ausklammer. Viele Elemente aus den ersten Teilen sind zwar vorhanden, sorgen aber nur noch für den nötigen Wiedererkennungswert.

Schleichen und Attentate verlieren in den 3 Teilen immer mehr an Bedeutung. Oft reicht es die Gegner im Nahkampf einfach reihenweise niederzumachen. Kann ja auch unterhaltsam sein.

Auch der Teil der Geschichte in der Gegenwart verkommt zu einer reinen Nebensache. War gerade die Handlung um Desmond Miles (Hintergrund) noch ein wichtiger Bestandteil der Reihe, könnte ich in den aktuellen Teilen noch nicht einmal den Namen von irgendeiner Person der Gegenwartsgeschichte nennen. Sie dient nur noch als Grundlage warum man diesmal zum Beispiel einen Wikinger spielt.

Versteht mich hier nicht falsch, denn ich war nie ein Fan der Gegenwartsgeschichte, aber hier muss ich auch ganz eindeutig feststellen, dass gerade der Part der Geschichte noch viel mehr Tiefe verliehen hat. Der Animus wirkt sich auch nicht mehr wesentlich auf das Spiel aus. War früher noch relevant wie gut man die „historischen“ Ereignisse nachgespielt hat, so findet das jetzt keine Beachtung mehr.

Unity ein Bugfest vor dem Herrn

Kehren wir aber zurück zu Unity. Der Teil durch den der Wandel letztendlich ausgelöst wurde. Das liegt im Wesentlichen an den Bugs. Der Charakter fiel durch die Spielwelt, Abstürze, Glitches und viele Grafikfehler waren unter anderem dafür verantwortlich, dass Fans der Reihe zu Recht wütend waren. Die Ursachen lassen sich hier einfach benennen und das war die Kombination aus dem jährlichen Release, der neuen Engine und der Wechsel auf eine neue Konsolengeneration als Leadplattform. Diese Kombination hätte eine erheblich längere Entwicklungszeit benötigt.

Inzwischen sind die Bugs allerdings behoben und ich konnte in der aktuellen Version auf der Xbox nichts feststellen, dass meinen Spielspaß gestört hätte.

Einen Teil des Spiels nur mittels App auf dem Handy freischaltbar zu machen war dann noch Salz in die Wunden der treuen Fans. 

All das sorgte für ein schweres Erbe für Syndikate. Ein Erbe das in Verbindung mit der Release Ermüdung dann zu dem Wechsel führt.

Unity besser als sein Ruf

In Assassins Creed Unity spielen wir Arno Victor Dorian, Sohn eines ermordeten Vaters, der den Kampf gegen die Templer aufnimmt, um als Teil der Assassinen den Mord zu rächen. Angesiedelt ist der Teil im Paris des 18. Jahrhunderts während der französischen Revolution.

Spielerisch ist es gerade aus heutiger Sicht wieder erfrischend das alte Stealth Action Spielsystem wieder zu erleben. Werde ich entdeckt, oder eine bestimmte Person stirbt, endet zum Beispiel oft die aktuelle Mission, was zu einem Neustart am Anfang der Mission führt. In Valhalla muss man einem NPC dann nur wieder aufhelfen, was keine weitere Auswirkung hat.

Allgemein ist der Animus viel stärker in der Spielwelt zu spüren. Bereiche können nicht angezeigt werde, da sie nicht Teil der Erinnerung sind und auch optisch wird man an vielen Stellen daran erinnert, dass man sich in einer Simulation befindet. Natürlich war das auch durch technische Einschränkungen bedingt.

Ich erklettere die Welt

Das Klettersystem war viel präziser und komplexer. Das war das erste was einem deutlich auffällt. Man muss stärker mit tasten vorgeben, ob er nach oben, unten, oder durch Öffnungen hindurch klettern soll. Nicht alles ist zum Klettern geeignet. In den aktuellen teilen laufe ich auf etwas zu und kann fast ohne Einschränkungen überall klettern. Hier ging das noch nicht. Kletterrouten mussten noch geplant werden. Der Sprung in den obligatorischen Heuhaufen hat sich bis heute erhalten und gehört auch hier dazu.

Der Kampf als letztes Mittel

Kämpfen geht natürlich auch hier, allerdings ist man ohne Hilfsmittel wie Rauchbomben schon arg in Bedrängnis, wenn größere gegnergruppen zu bekämpfen sind. Man hat eine Taste zum Angreifen, eine zum Blocken und man kann noch Spezialfähigkeiten auslösen. Attentate und heimliches Vorgehen sind hier aber noch deutlich überlegen. 

Die Spielwelt und ihre Marker

Deckt man in Unity die Karte auf an einem der Aussichtspunkte wird man förmlich erschlagen von Symbolen auf der Karte. Truhen zum Plündern, Objekte zum Sammeln, verschiedenste Missionstypen und ein paar Rätsel werden angezeigt und decken die Karte ab. Da erinnert man sich an die Ermüdung, die man bei diesem Anblick damals oft gespürt hatte. Das positive ist hier aber schon einmal, dass die App rausgenommen wurde und alles direkt im Spiel zu öffnen ist.

Auch ansonsten ist es nach der langen Abstinenz von der klassischen AC Welt wieder spaßig die Punkte auf der Karte abzugrasen.

Die Charakterentwicklung

Anstelle von Erfahrungspunkten sammelt man hier Geld für neue Ausrüstung und eine zweite Währung erhält man für besondere Aktionen im Spiel und damit kann man Ausrüstung noch verbessern.

Es gibt hier aber auch bereits ein Erfahrungssystem, welches an Rollenspielsysteme angelehnt ist. Für bestimmte Missionen erhält man Eigenschaftspunkte und mit denen kann man in einem Fähigeitenbaum neue Fähigkeiten frei. Durch das Koppeln am Spielfortschritt kann man das aber nicht durch zu schnell freischalten und damit die Spielmechanik aushebeln. Insgesamt alles nicht störend und eine ganz gute Weise die Progression zu lenken. 

Die Story

Stärker in voneinander getrennte Kapitel aufgeteilt, hat sie die deutlich stärkeren Charaktere in Nebenrollen und auch der Hauptcharakter funktioniert besser als die heutigen Charaktere. Man arbeitet nicht einfach einen Stammbaum ab, in dem man nach und nach alle tötet, um am ende den obersten Templer zu erledigen. Alles wird sorgfältig in die Mainstory eingebunden.

Natürlich gibt es auch wegwerf Nebenmissionen, aber auch hier findet man immer wieder mal nett erzählte Geschichten. Etwas das einem Valhalla sehr selten überhaupt mal ansatzweise gelingt. Hier kann Unity auch heute noch überzeugen.

Das liebe Geld

Wer sich nach den Zeiten sehnt, als man noch nicht überall aufgefordert wird nochmal Geld auszugeben, darf nicht zu genau hinsehen bei Unity. Hier wurde der Grundstein dafür gelegt und das ordentlich. Es gibt kaum etwas, dass nicht mit Echtgeld gekauft werden kann. Das Bezahlmittel sind die bekannten Helix Credits. 

Booster verbessern die Charakterwerte und sind käuflich zu erwerben, wie auch bessere Ausrüstung und Upgrades angeboten werden. Hier gilt aber das gleiche wie in den aktuellen Teilen. Es ist da, aber kann leicht ignoriert werden.

Die Ausrüstung kann auch gut für ingame Währung gekauft werden, wobei die auch leicht zu verdienen ist. Der große Unterschied zu den neuen Teilen ist hier, dass man Ausrüstung entweder kauft oder als Belohnung für Missionen bekommt. Loot in der Spielwelt gibt es nur als ingame Währung und Verbrauchsgegenständen. Für mich aber kein Nachteil.

Fazit zu Assassins Creed Unity

Da ich damals die Testberichte verfolgte und von der Bugproblematik wusste, habe ich Unity nie gespielt. Auch Syndikate hatte ich in der Folge ausgelassen und stieg erst wieder bei Origins ein.

Wem es wie mir ging und den Teil ausgelassen hat, dem möchte ich sehr empfehlen in nachzuholen. Ich hatte viel Spaß im Paris der französischen Revolution und fand es jetzt wieder erfrischend anders. Wenn ich mich über die Dächer an Gegner heranschlich, um dann den todbringenden Sprung auszuführen, fühlte ich mich wie ein echter Assassine und das schaffen die neuen teile nicht mehr.

Den Teil gab es im Microsoft Store für knapp 9 € und das ist das Spiel absolut wert.

Also holt es nach und habt viel Spaß in Paris.

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