Star Trek Birth of the Federation – Von der Entwicklung bis zum Spielen auf Windows 10/11

Star Trek Birth of the Federation war lange Zeit nur eine Erinnerung an eines der besten Spiele seiner Zeit für mich alten Star Trek Fan. Es wurde Zeit diese Erinnerung mit neuem Leben zu füllen und das Spiel zum Laufen zu bringen. Wie das funktioniert und was ich auf meiner Suche noch herausfand, erfahrt ihr hier auf Hineingestolpert.

Es begann mit MicroProse und einer Lizenz

Was für ein Spiel macht ein Entwicklerstudio, wenn es eine Star Trek The Next Generation Lizenz hat? Im Falle von MicroProse war die logische Wahl ein 4X Strategiespiel zu machen. Bill Chinn der Lead Designer des Spiels erzählte im Interview, dass die Ausrichtung des Spiels von der Leitung des Studios von Beginn an feststand. Mit Master of Orion gab es die perfekte Vorlage im eigenen Haus und auch mit Civilization und Colonization sammelte das Studio viel Erfahrung in dem Bereich.

Bill war es auch, der die ersten Zeilen des Codes des Spiels schrieb. Es wurde bis auf die Grafikengine von Grund auf neu entwickelt. Die Grafikengine stammte von Falcon 4.0, dass MicroProse 1998 herausbrachte. Sie brachte Vorteile mit, die zu der Zeit noch teuer waren, da 3D Darstellung noch immer in den Kinderschuhen steckte. Die Engine konnte Software Rendering und Hardware Rendering gleichermaßen und ließ sich gut auf das neue Projekt leicht anpassen. Gerade die Aufteilung des Spiels in die 2D Strategiekarte und die 3D Kämpfe ließ sich so umsetzen.

Weniger ist mehr

Das ursprüngliche Design des Spiels war allerdings noch viel umfangreicher als das Birth of the Federation, dass am Ende der Entwicklung das Licht der Welt erblickte. Es sollte sich auch stärker an Civilization orientieren, Helden mitbringen und ein Schiffsdesigner war ebenfalls vorgesehen. Die Civilization Anteile wurden stark gestrichen, da es in dem Fall noch eine Ebene aufgemacht hätte in der Planetenverwaltung, die das Spiel komplexer, aber nicht besser gemacht hätten. Bei den Helden stießen sie an Probleme mit der Lizenz. Originalfiguren dafür einzubinden hätte einen großen Aufwand bedeutet, da jeder Aspekt abgesegnet werden musste. 

Von Steve Garcia dem Designer von Master of Orion stammte der Vorschlag einen Schiffsdesigner einzubinden, was grundsätzlich funktioniert hätte, aber im Laufe der Entwicklung zeigte sich, dass dadurch das Star Trek Gefühl verloren ging. Weniger war in dem Fall mehr und trotzdem gab es auch hier viele Probleme in der Entwicklung.

Auch ohne Schiffsdesigner gibt es viel zu bauen

Die Probleme der Entwicklung von Birth of the Federation

Wella Lasola die Project Managerin des Spiels und Bill Chinn sprachen aber nicht nur davon, welche Entscheidungen getroffen wurden, sondern auch von den Problemen auf die sie trafen. Features zu streichen diente zwar auch dazu, das Spielgefühl zu verbessern, aber im Wesentlichen um es überhaupt fertig zu bekommen. Nicht ganz 20 Leute arbeiteten im Schnitt an Birth of the Federation und die gingen an ihre Grenzen. Unzählige Überstunden, arbeiten bis in die späte Nacht, Wochenenden wurden durchgearbeitet und Pausen, die es nur zum Essen und Schlafen gab, prägten die Entwicklung. 

Wie bei allen Lizenztiteln gab es auch hier Einschränkunken, die für mehr Aufwand sorgten. Es musste strikt darauf geachtet werden, dass keine Inhalte aus Voyager, Depp Space Nine und der Klassischen Serie in Birth of the Federation kommen. Das waren Lizenzen, die Microprose nicht hatte und auch nicht bekommen konnte. Aus diesem Grund gibt es auch das Dominion nicht als Spielbare Rasse und viele bekannte Schiffsklassen schafften es nicht ins Spiel.

Der Release und die Zeit danach

Der Release verlief dann auch nicht ohne Startprobleme. Zu viele Bugs waren vorhanden, die nach Release noch gepatched werden mussten. So Erschienen innerhalb kurzer Zeit Zwei Updates, die das Spiel auf Version 1.02 brachten. Ein Bug der mir persönlich begegnete war der Memory Bug. Gerade im späteren Spielverlauf sorgte dieser dazu, dass der Rundenwechsel ewig dauern konnte. Es gab zu der Zeit eine einfache Lösung, wobei es nicht wie heute im Internet schnell zu finden war und mit Schnellspeichern und kurz neu laden hätte ich den Speicher wieder frei bekommen und das die Runden deutlich beschleunigt.

2 Millionen Kopien des Spiels wurden im ersten Jahr verkauft. Nicht genug um das Spiel als großen Erfolg zu verbuchen und nicht genug um einen zweiten Teil herauszubringen. Auch Erweiterungen wurden nicht mehr in Erwägung gezogen. Zu Groß war zu der Zeit die Konkurrenz auf dem Markt. Es gab Titel wie Command & Conquer: Tiberian Sun, Homeworld, X Beyound the Frontier und Age of Empires 2, um nur einige zu nennen. Ein starkes Spielejahr. 

Eine Übersicht zu den Spielen die 1999 erschienen habe ich euch mal in den Quellen hinterlegt. Auch das komplette Interview findet ihr dort. Hier nochmal mein Dank an Jean Marciniak vom Developer Dialogue Podcast. Das war der einzige tiefere Einblick in die Entwicklung aus erster Hand, den ich nutzen konnte. Jetzt aber mal zum Spiel.

Star trek Birth of the Federation

Mit der Föderation, den Klingonen, den Romulanern, den Cardassianern und den Ferengi stehen 5 Imperien zur Wahl und jede hat Stärken und Schwächen. Dazu kommen noch 26 kleine Zivilisationen, auf die man im Laufe des Spiels treffen kann. Auch die haben ihre eigenen Eigenschaften und jede auch ein besonderes Gebäude. Ob man sie dann per Diplomatie oder mit etwas mehr Kriegerischen Enthusiasmus dem eigenen Reich hinzufügt, ist dann dem Spieler überlassen.

Erster Kontakt mit den Cardassianern

Die Föderation forscht und versteht sich gut auf Diplomatie, aber Krieg ist nicht ihre Stärke. Wer den Krieg dann doch bevorzugt, der wird die Klingonen mögen, denn die sind nur zufrieden wenn sie Krieg führen und haben auch die Waffen dafür. Wer dann doch lieber Handeln will, wird die Ferengie bevorzugen, aber bitte beachtet die 285 Erwerbsregeln bei all euren Entscheidungen. Weniger Erwerbsregeln aber eine gute Resourcengewinnung bringen die Cardassianer mit, aber das dürfte besonders die Romulaner nicht überraschen, da diese den besten Geheimdienst besitzen.

Die Benziten sind eine der kleineren Zivilisationen

Die Borg treten auch noch in Erscheinung, allerdings als zufälliges Ereigniss und sie sind in der Lage das Spiel komplett zu verändern. Ihr erscheinen bedeutet eine Bedrohung für alle und mur mit vereinten Kräften lassen sie sich schlagen. Allein kann das zwar ebenfalls gelingen, wobei man zu diesem zeitpunkt schon sehr mächtig sein muss. Wolf 359 sollte hier ein mahnendes Beispiel sein, dass man die Borg niemals unterschätzen darf. Andere besondere Gefahren aus der Serie schafften es auch ins Spiel, aber die müssen nicht immer zu Feinden werden.

Fun Fact am Rande

Bei den Dreharbeiten für die Schlacht von Wolf 359 wurde nicht nur mit CGI gearbeitet, sondern auch mit Modellen. Unter anderen war auch ein Schuttle Modell im Maßstab 1:32 gebaut worden, dass eine Leiche an der Steuerkonsole und eine am Boden enthielt. Dazu gab es noch Modelle für den Zusammenstoß von zwei Untertassensektionen, aber mit all dem gingen die Bühnenbildner so weit, dass entschieden wurde es lieber nicht in der Serie zu zeigen.

Mehr zur Schlacht und den Hintergründen erfahrt ihr hier: Wolf 359 Wiki

So spielt es sich

Ich gehe mal davon aus, wer diesen Artikel entdeckt hat, der kennt das Spiel noch von früher. Deshalb hier nur ein kurzer Einblick ins Spiel zur Auffrischung der Erinnerungen.

Hat man sich für eine der 5 Fraktionen entschieden, startet man mit einem Heimatsystem einem Erkundungsschiff und einem Kolonieschiff. Mit den Schiffen erkunden wir die nahen Systeme und suchen nach bewohnbaren Planeten, die wir mit dem Kolonieschiff besiedeln können, aber auch Terraforming ist möglich um weitere Planeten eines Systems zu besiedeln, oder es überhaupt für uns zu einem wirtlichen Ort zu machen.

Per Rechtsklick öffnen wir ein Menü, mit dem wir die Systeme, Forschung, Diplomatie und unseren Geheimdienst verwalten können. Die Forschung lief allerdings nicht wie in Civilization, sondern über Regler verteilten wir die, auf den Planeten erzeugten, Forschungspunkte per Prozentangaben auf die verschiedenen Bereiche. Diplomatie funktioniert für die Zeit erstaunlich gut und verstärkt noch das Gefühl im Star Trek Unversum zu sein.

Die Forschung zeigt erste Erfolge

Die Strategiekarte läuft in Runden ab und für die Gefechte wechselt das Spiel in einen 3D Modus, der immer wieder automatisch pausiert, damit wir den Schiffen neue Befehle erteilen können. Die Kombination sorgte auch jetzt wieder dafür, dass ich nur noch eine Runde spielen wollte und dann wieder viel zu lang daran hängen blieb.

Wie spielt man es heute

Mit einer GoG.com Version des Spiels ist in naher Zukunft kaum zu rechnen. Ich verlinke in den Quellen trotzdem die Wunschliste für neue Titel auf der Plattform. Die Herausforderung sind insbesondere die Rechte an der Marke Birth of the Federation und die Star Trek Lizenz.

Die Rechte lagen zuletzt vermutlich bei Hasbro, wobei MicroProse neu gegründet wurde und einige der ursprünglichen Marken zurückgekauft wurden. Ob es auch die BotF Marke betrifft, ist nicht bekannt.

Das große Problem des Spiels ist, das es ursprünglich für Windows 95 entwickelt wurde und auf modernen Systemen komplett die Arbeit verweigert. So machte ich mich also auf die Suche nach einer Lösung und fand sie auch, aber anders als ich gedacht hatte. Meine Original CD lässt sich auch weiterhin nicht einmal mehr installieren. Fündig wurde ich in den Weiten des Internets mit dem All in One Modprojekt. Birth of the Federation wird von einer kleinen, aber treuen Community am Leben gehalten und mit Inhalten versorgt.

Das wohl umfangreichste Projekt ist dann auch meine Lösung geworden. Auf der Seite AFC BotF Findet ihr eine Installationsdatei, die Birth of the Federation, alle Updates, große Mods und Anpassungen für moderne Systeme beinhaltet. Das Grundspiel ist komplett in Deutsch enthalten. 

Im folgenden Video erkläre ich nochmal genau wie ihr das ganze installiert und führe euch durch die Installation bis zum ersten Spielstart. Danach könnt ihr euer Original an einen Ehrenplatz ins Regal stellen und Star Trek Birth of the Federation in seiner ganzen Pracht neu genießen, oder einer der umfangreichen Mods ausprobieren. Diese sind allerdings auf Englisch. Vergesst nicht meinen YouTube Kanal zu abonnieren.

Fazit zu Birth of the Federation

Star Trek Birth of the Federation ist bis heute ein Highlight. Das einzige Strategiespiel, das es schaffte mich in das Star Trek Universum hineinzuziehen und endlich ist es wieder spielbar. Dank der Modding Community ist es auch in höheren Auflösungen und mit etwas schöneren Texturen spielbar. Wer es damals mochte, der wird auch mit der Version seinen Spaß haben.

Ich werde mich jetzt erstmal in ein Spiel mit der Föderation wagen und sehen ob ich die Ideale der Föderation erhalten und verteidigen kann. Im Notfall findet die Sektion 31 bestimmt einen Weg und andere Mittel zu Ziel. Wie die ersten Runden aussehen, seht ihr hier in meinem Star Trek Birth of the Federation angespielt. Nur noch eine Runde…

Quellen

Developer Dialogue Podcast bei Spotify (Englisch)

Star Trek BotF auf der GoG.com Wunschliste

Details zum Spiel auf memory Alpha (Englisch)

Spiele Veröffentlichungen 1999

BotF auf Wikipedia

Der All In One Installer für die lauffähige Version des Spiels. Klickt dort auf das in Rot geschriebene All in One 2.0.0 zip und auf der folgenden Seite findet ihr ganz unten ein Eingabefeld. In diesem tragt ihr das unterstrichene Wort darüber ein und klickt auf Download BotF.

Wer auf den Strategieteil verzichten kann, dem empfehle ich Star Trek Armada 1, dass auf GoG.Com neu herausgekommen ist. Wie ihr die Version zu der deutschen Sprachversion macht und wie ihr es zum laufen bringt, habe ich euch hier mal zusammengefasst: Star Trek Armada mit Mods auf Deutsch

Mehr Star Trek Spiele, die neu herausgebracht wurden findet ihr: GoG und die volle Ladung Star Trek

Verpasst keine Beiträge mehr von Hineingestolpert mehr und bekommt aktuelle Beiträge per E-Mail gemeldet:

Kommentar verfassen

Powered by WordPress.com. von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: