Der Clou – Eine Karriere als Einbrecher

Bei Der Clou denken viele zuerst an den Film mit Robert Redford und Paul Newman von 1973, aber nicht ich. Ich denke bei diesem Titel an das Spiel für den Amiga CD32 und die meisterhaft ausgeführten Einbrüche, die ich 1994 damit in jungen Jahren begann. Vor mir war nichts sicher und ich wollte mehr als nur einen Kiosk leer zu räumen. Ich wollte der beste werden und Max Design bot mir die Möglichkeit den ganz großen Bruch durchzuziehen.

Der Clou das Spiel 

Der Clou Titelbild

Im London der 50er Jahre schlüpfte ich in die Rolle von Matt Stuvysunt und begann nach meiner Ankunft eine Karriere als Einbrecher. Ich fing ganz unten an und raubte zuerst einen Kiosk aus, allerdings nicht ohne eine präzise Vorbereitung. Ich wollte nicht die ganze Beute allein wegtragen müssen, also suchte ich mir erstmal einen willigen Helfer. Bei einem Händler kaufte ich auch gleich das Werkzeug, das ich brauchte. Mit bloßen Händen lassen sich verschlossene Türen einfach zu schlecht öffnen und da sollte mir das Brecheisen noch gute Dienste leisten.  

Die Beobachtung des Kiosk in der Clou

Bevor wir einbrechen können, musste ich das Objekt der Begierde aber zuerst ausspähen. Jede Polizeistreife notierte ich und wann der Kiosk geschlossen war. Mit den Information plante ich dann den Einbruch und mit meiner Komplizin schritt ich zur Tat, was in Rekordzeit gelang und so gelang uns auch die Flucht ohne großes Aufsehen. Das Let´s Play zum Spiel findet ihr hier:

Mit der Zeit wurde ich immer besser und mit besserer Ausrüstung und nur den besten im Team wagte ich mich am Ende an die Kronjuwelen. Je nach Spielverlauf gibt es zum Schluss eines der 5 möglichen Enden. 

Die Spielwelt 

Das London in Der Clou umfasst über 50 Schauplätze, die laut Entwickler originalgetreu ins Spiel übernommen wurden. 20 Gebäude können ausgespäht und ausgeraubt werden. Damit wir uns zwischen den Schauplätzen fortbewegen können, sind 20 Fahrzeuge aus der Zeit ins Spiel gebracht worden, die auch noch aufgemotzt, neu lackiert und natürlich gekauft werden können. 

Belebt wird das 50er Jahre London von 60 Charakteren, denen man im Laufe der Handlung begegnet.  Diese kann man für das eigene Team anwerben, oder sie fangen bei der Konkurrenz an. In den wichtigen Unterhaltungen haben wir sogar eine Sprachausgabe, die aus heutiger Sicht nicht gut ist, allerdings zu seiner Zeit ein Highlight des Spiels war. Ich war schon beim Intro begeistert, als die Erzählerstimme zu hören war und die Nostalgie hatte voll eingeschlagen. 

Was sagte die Spielepresse? 

Der Amiga Joker vergab für die Amiga 500 Version 85% und 86% für die Amiga 1200 Version. In einem separaten Kurztest für den Amiga CD32 hat das Spiel 87% bekommen. Der geringe Unterschied ergibt sich auch daraus, dass außer der Sprachausgabe sich nicht viel getan hat. 

…aber vor allem stimmt die Atmosphäre von Anfang bis Ende. Das liegt natürlich in erster Linie an der dichten Story von Karam Nada und in zweiter an der tollen Musik – die Optik ist hingegen trotz des schwarzhumorigen Intros und der zusätzlichen Farben und Animationen selbst am 1200er mehr brauchbar als wirklich schön. Davon abgesehen unterscheidet sich der Normal-Clou je nach RAM- Lage maximal durch zwei fehlende Soundtracks vom „Großen Bruder“. In der Summe also ein packendes und vor allem originelles Stück Software! 

Quelle: Amiga Joker 04/94 

Die Technik 

Gesteuert wird das Spiel mit der Maus und der Tastatur, wobei man über Menüpunkte wie Gehen, Warten, Umsehen und Nachdenken mit der Spielwelt interagiert. Veröffentlicht wurde es auf 5 Disketten und auf dem Amiga CD32 auf einer CD.  Die CD32 Version konnte auch mit dem Controller der Konsole bedient werden. Wenn ich das Amiga CD32 einschalte und das Logo erscheint, dann muß ich sofort an die unzähligen Stunden vor der Konsole denken.

Das Amiga CD32 Intro

Die Credits mit allen Beteiligten erhält man im Spiel per Eilbrief und eine charmante Idee, die ich aber erst jetzt zu schätzen gelernt habe. 

Der Quellcode der MS Dos Version ist 2000 ins Netz gestellt worden und wurde unter Windows wieder zum Laufen gebracht. Man findet es heute als Freeware im Internet, wobei ich die nicht ausprobiert habe, da ich es bevorzugt habe die Amiga Version über einen Emulator zu spielen. Hier empfehle ich Amiga Forever, was die Emulation von Amiga Spielen sehr einfach macht. 

Hier zu finden: Amiga Forever 

Der Clou in der Amiga Version findet man hier: Der Download 

Das Entwicklerstudio Max Design

Das kleine Entwicklerstudio Max Design stammt aus Österreich und war von 1991 bis 2004 im deutschsprachigen Raum einer der bekannten Größen. 

Spiele wie Burntime (1993), Der Clou (1994), Oldtimer (1995), Anno 1602 und Anno 1503 sind heute vermutlich ihre bekanntesten Spiele. 

Am 15. April 2004 zog sich Max Design aus dem Geschäft zurück. Gründe waren laut einem späteren Interview mit Firmengründer Martin Lasser, war das Kernteam erschöpft und für ein Fortbestehen des Unternehmens wären große Investitionen und Veränderungen nötig gewesen, die an ihrem ländlichen Standort in Schladming nicht möglich gewesen wären. 

Quelle: Wikipedia 

Fazit zu Der Clou 

Als ich damals das erste Mal die CD des Spiels in mein Amiga CD32 eingelegt hatte, war ich sofort eingefangen von der Atmosphäre, die das Spiel ausströmt. Immer wieder feilte ich an meinen Einbruchsplänen und versuchte die Kronjuwelen zu erbeuten. Soweit ich mich erinnere, hatte ich sie nie erbeuten können, allerdings hielt mich das nie von neuen Anläufen ab. Das Spiel bietet aber auch die Möglichkeit an noch vor dem finalen Einbruch auszusteigen und ein anderes Leben anzufangen.

Das Spiel funktioniert auch heute noch gut und ich kann nur empfehlen es wenigstens einmal anzuspielen. Bei der Grafik sollte man hier aber auch auf dem CD32 nicht zu viel erwarten, wobei ich sie auch nicht als schlecht empfand. Das ganze ist halt oft zweckmäßig reduziert. 

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