Fallout 76 – Von den Anfängen zu Fallout First

Fallout 76 war für viele eine Enttäuschung, ein Bugfest und trotz allem hatte ich nach Release viel Spaß in Appalachia. In meinem Urlaub kehrte ich nun alleine zurück und erlebte ein ganz anderes Fallout. Es war besser und schlechter zugleich, was für mich in Fallout First endete. Hier habe ich meine Erfahrungen zusammengefasst.

Fallout 76 und wie ich es damals erlebte

Lange ist es her, dass ich gemeinsam mit einem Freund Vault 76 verließ und wir zusammen das Ödland von Appalachia durchstreiften, wobei wir immer auf der Suche nach guten Loot waren. Wir erlebten eine Welt voll mit Bugs und halbgarer Mechaniken und trotz aller Mängel hatten wir viel Spaß. Von den anderen Spielern bekamen wir nicht viel mit. Das waren Punkte auf der Karte. Mehr sahen wir meistens von ihnen nicht. Selbst wenn wir bestimmte Materialien brauchten, dann konnten wir eine Werkstatt beanspruchen, wobei es nie zu PVP kämpfen gekommen ist. Höchstens halfen andere Spieler einem bei der Verteidigung um das Event mitzunehmen.

Das Leveln erfolgte anders als in den Vorgängern über die Skillpunkte und Skillkarten. Erst verteilt man die Skillpunkte und erhält regelmäßig Karten, die mit den Skillwerten verwendet werden können. Anzahl und stärke der Karten ist durch die Punkte begrenzt. Ab einem bestimmten Level erhält man keine Punkte mehr, sondern nur noch Karten. Die meisten dürfte viele Punkte in Stärke investiert haben, da hiermit die Gewichtsprobleme verringert werden.

Als letztes fehlt noch der Campbau. Jeder Spieler, oder Spielerin, konnte ein Camp bauen und platzieren. Das diente dann als Schnellreisepunkt und als Platz zum Craften. Die kreative Ader konnte auch ausgelebt werden, wobei mein Camp immer eher eine Bretterbude mit minimalen Annehmlichkeiten war. Hier gab es ein enges Baulimit und wie bereits geschrieben, gab es nur ein Camp.

Eine Welt und viele Geschichten

Anders als in Fallout 4 gab es zu Beginn noch keine NPC und alles Menschen existierten nur noch als Sprachnachrichten. Selbst die Aufseherin von Vault 76 existierte nicht als Person im Spiel, aber leitete einen mit Nachrichten durch die Welt. Die Stärke von 76 war trotzdem die Welt, denn in ihr versteckten sich eine Unmenge an interessanten Geschichten. Hier ist ein verlorenes Kind, dessen Schicksal wir erkunden und an anderer Stelle erfahren wir was die Firewatch war. Die Menge und Qualität erreichte Fallout 4 leider nicht. Das war unser Antrieb die Welt aufzusaugen, aber es gab auch abseits der Bugs dinge die uns störten.

Das Leveln über die Karten nervte irgendwann nur noch, da man vorrangig Stärke setzen musste, um das Knappe Inventarlimit zu erhöhen. Das artete auch noch in Arbeit aus, da ich es optimal spielen wollte, was zu einer ständigen Wechselorgie im Skillbaum führte. Hier brauchte ich die volle Anzahl an Punkten zum Schlösser knacken, aber kurz danach brauchte ich die Plätze wieder für andere Karten. Das nervte mich gewaltig und sorgte dann irgendwann dazu, dass ich es immer seltener startete da noch ein anderer Punkt den Spielspaß senkte.

Das Gewichtslimit und nur noch ein zentrales Lager im Camp vernichtete die Übersicht der gelagerten Gegenstände und das Limit von 500 Kilo im Camp sorgte schnell für Frust, da man ja auch viel Schrott brauchte zum bauen und reparieren. Ständig entsorgte man Inhalte aus dem Lager um irgendwie Platz zu schaffen. Einen Teil der Skills nahmen so dann auch Gewichtsreduzierende Karten ein. Hier zeigte sich, dass die Engine mit vielen Spielern nicht klar gekommen ist.

Nochmal kurz zur Geschichte und warum ich mit Fallout 4 Probleme hatte. Das Begann mit der Hauptgeschichte. Ein Vater dessen Frau gefühlt vor wenigen Minuten getötet und sein Sohn entführt wurde, der erntet für ein paar Farmer keine Melonen, oder hilft ständig Bauern für die Minuteman. Ich lasse jetzt das jetzt aber hinter mir und werfe den Blick auf das Fallout 76, dass ich jetzt im Urlaub erlebte.

Fallout 76 hat sich verändert

Wer heute Fallout 76 anfängt, der erlebt ein anderes Spiel. Die Welt ist belebt von Fraktionen und NPC´s. So trifft man überall auf Menschen und nimmt Kontakt auf zu Siedlern, Raidern, der eisernen Bruderschaft, oder den Kultisten. Es gibt viel mehr Missionen und mehr Events und tägliche Ereignisse. Damit noch nicht genug, denn selbst die Aufseherin findet man jetzt in einem Haus. Die Welt wird damit noch einmal aufgewertet, was ihr auch gut tut, denn einige Dinge sind auch verschlimmbessert worden.

Das Gewichtslimit im Lager ist von 500 auf 1200 kg erhöht worden und man kann jetzt ein zweites Camp bauen. Eines davon wird dabei immer eingelagert wenn das jeweils andere genutzt wird. Das Camp kann jetzt auch größer und umfangreicher werden, da die Limits hier erhöht worden sind. Für das Camp gibt es jetzt auch NPC, die in der Spielwelt jeweils durch eine Quest dazugewonnen werden können. Immer nur eine, oder einer zur selben Zeit, aber das fand ich spannend. Aktuell lebt eine Astronautin in meinem Camp, die vor dem Tag X gestartet ist und jetzt in eine zerstörte Welt zurückgekehrt ist. Sie bietet auch weiter Aufträge an um ihre Story ganz zu erfahren.

Zur Beschäftigung gibt es jetzt viel mehr Möglichkeiten. Es sind mehr Events hinzugekommen, mehr tägliche Aufgaben, neue Questreihen und tägliche, bzw. wöchentliche Aufgaben um Punkte für die Saison zu sammeln. Ja es gibt eine Saison und jede bietet freischaltbare Dinge über ein Levelsystem. Das hat mich schon motiviert dran zu bleiben.

Im Gameplay und besonders im Crafting gab es viele Detailänderungen. Bethesda versucht mit Fallout 76 Geld zu verdienen und das klappt nicht nur über teure Skins. Über die lasse ich mich aber später noch aus. Am offensichtlichen sind die Reparaturen. Die sind jetzt deutlich teurer und die entsprechenden Materialien findet man auch nicht mehr in großen Mengen. Bethesda bietet dafür aber auch gegen Atome Reparaturkits an und die Atome gibt es für Echtgeld. Man kann ja auch Werkstätten einnehmen um schneller an Material zu kommen und da wären wir bei dem Grund für Fallout First.

Eine Werkstatt einnehmen ist leicht aber nur in First

Fallout 76 und die anderen Spieler

Kurz das positive, man kann jetzt leichter mit anderen Spielern interagieren und hat zum Beispiel mit dem Handel mehr Möglichkeiten. Das führt aber auch dazu, dass man die anderen Spieler nicht mehr so leicht ignorieren kann. Ständige Einladungen, eine Karte voll mit großen Symbolen störten mich mit der Zeit immer stärker. Als ich dann so naiv war und aus der Erfahrung vom release geprägt eine Werkstatt beanspruchte, dauerte es keine Minute bis sich ein anderer Spieler auf mich stürzte, gegen den ich absolut keine Chance hatte. Mit einem Schuss getötet war mir klar, dass ab jetzt Werkstätten keine Option mehr für mich sind. So verwaltete ich ab da ständig den Mangel um PVP aus dem Weg zu gehen. Fallout 76 spiele ich nicht dafür.

Der Shop und seine Preise

Nur der Tod ist umsonst

Bethesda bietet hier aber Möglichkeiten das auszugleichen für Atome und hier mal die Preise und was sie so anbieten (Stand 08.01.22):

  • 500 Atome 4,99€
  • 1100 Atome 9,99€
  • 2400 Atome 19,99€ (angeblich am beliebtesten)
  • 5000 Atome für 39,99€

Für die künstlich geschaffenen Probleme bietet Bethesda auch Lösungen an das sind die folgenden.

Ich schreibe mal hinter die nächsten Items die Preise wenn man vom „beliebtesten“ Paket ausgeht.

Tragekapazitätsbooster erhöht für 30 Minuten die Kapazität um 50 1x (0,41€) 6x (2,07€) 15x (4,15€)

Reparaturkit um Waffen und Ausrüstung zu reparieren 1x (0,41€) 6x (2,07€) 15x (4,15€)

Verwerten und Lagern Kit, dass genau das mit Schrott macht 1x (0,41€) 6x (2,07€) 15x (4,15€)

Lunchbox bietet mehr EP und einen zufälligen positiven Effekt 1x (0,41€) 6x (2,07€) 15x (4,15€)

Es gibt aber auch Skins und es gibt zum Beispiel eine schicke Lackierung für die Powerrüstung für nur 6,64€ und wollte man eine Weihnachtliche Lackierung und eine Lichterkette um den Hals, dann gab es den Spaß für knappe 10€. Gut die Lackierungen und Objekte sind rein Optional und können getrost ignoriert werden. Die Kits hingegen beheben Mängel, die von den Entwicklern bewusst verstärkt wurden.

Fun Fact am Rande: Aktuell wird mir ein Raider vs. Siedler Outfit Paket als Angebot angepriesen und der Shop zeigt mir an, dass ich bei den 2800 Atomen ganze 0 Atome spare und das nur noch in den nächste 3 Tagen. Sehr verlockend und ja das war Ironie.

Fallout First und die Lösung meiner Probleme

Mein Privates Abenteuer

Ich probierte dann auch Fallout First aus. Für 14,99€ erhielt  ich es für einen Monat, oder für 119,99€ hätte ich es sogar für ein ganzes Jahr haben können. Leider ist das der einzige Weg, wie mir persönlich Fallout 76 länger Spaß machte, denn es entschärft einige Probleme deutlich und behebt andere ganz.

Erstmal zu First und was es anbietet:

  • Private Welten: Auf diesen kann ich mich mit bis zu 7 Freunden ungestört Appalachia erkunden.
  • Benutzerdefinierte Welten: Selbst anpassbare Regeln usw.
  • Verwertungskiste: Kann Schrott ohne Limit aufnehmen kann und beim Einlagern sofort zerlegt
  • Überlebenszelt: Dient als weiterer Schnellreisepunkt und bietet eine Grundausstattung aus Bett, Kisten und Feuerstelle.
  • 1650 Atome im Monat
  • Ein Ranger Ausrüstung Outfit
  • Verschiedene Symbole und Emotes

Das wichtige hier sind die privaten Welten, die Verwertungskiste und das Überlebenszelt. Auf einer privaten Welt kann ich ohne Probleme Werkstätten beanspruchen und Ressourcen gewinnen und ich werde nicht so massiv aus der Immersion gerissen durch ständige Multiplayer „Anreize“. Insgesamt eine stimmigere Erfahrung.

Die Verwertungskiste spart Zeit und erspart einem einen Schritt vor dem Einlagern zum verwerten der Gegenstände. Das klingt nach nicht viel, allerdings macht man diesen Schritt unzählige Male und es ist herrlich das nicht mehr tun zu müssen. Das ohne Limit Schrott eingelagert werden kann, entspannt auch unheimlich das Lagerproblem im Camp.

Die 2 verschiedenen Lager. Rechts die Verwertungskiste.

Das Zelt selbst ist eine Erleichterung, aber mehr auch nicht. Spart ein paar Kronkorken für Schnellreisen ein und sorgt dafür, dass es einen schnellen Zugang zum Lager des Camps gibt.

Die restlichen Bestandteile von Fallout First waren nette Beigaben, aber wirklich keine Gamechanger. Der ein oder andere freut sich über Skins usw, aber ich sehe meinen Charakter nur selten und solange er dann nicht aussieht wie Gollum in Dessous, ist mir das herzlich egal.

Mein Fazit zu Fallout 76 und Fallout First

Man merkt Fallout 76 an, dass hier an allen Ecken und Kanten ein künstlicher Mangel erzeugt wird, um die Spieler entweder zum Abonnieren von Fallout First, oder zum Kauf der Kits zu bewegen. Natürlich kann man im Coop viele der Probleme auch lösen, aber ich spiele kein Fallout um mich mit anderen Spielern zu messen. Ich will eine Welt erkunden und sie förmlich aufsaugen mit ihrer Atmosphäre und genau das macht mir 76 sehr schwer. Ohne First hatte ich nach 2 Tagen schon genug und selbst mit First werde ich nicht länger dran bleiben. Dann lieber Fallout 4 mit Mods und ignorieren der Hauptgeschichte, als das unrunde Erlebnis. Gebt mir ein 76 mit seiner Welt und den Mechaniken von 4 und ich wäre zufrieden.

So bleibt mir nur von Fallout First dringend abzuraten, da ich es für stark überteuert halte. Ja mal kann ich es mir selbst gegenüber rechtfertigen das Abonnement für einen Monat zu nehmen, aber mehr aber auch nicht. Schade, aber ich habe mir wieder Fallout 4 installiert und nehme lieber dessen Schwächen in Kauf.

Falls ihr euch selbst ein Bild von First machen wollt, dann findet ihr es hier auf der Seite von Bethesda

Es gibt natürlich noch viele kleine Veränderungen, welche ich hier nicht erwähnt habe, aber ich wollte mich bewusst auf bestimmte Aspekte konzentrieren. Mehr findet ihr dazu hier: Artikel auf der offiziellen Seite

Die Screenshots stammen aus der Playstaion 4 Version des Spiels und wurden von mir für diesen Artikel angefertigt.

Kommentar verfassen

Powered by WordPress.com. von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: