Sins of a Solar Empire – Nie war es besser

Sins of a Solar Empire schaffte es 2008 nicht nur Echtzeitstrategie und das 4x Genre miteinander zu vereinen, sondern fesselte mich auch, über alle Erweiterungen, hunderte Stunden an den PC. Star Trek Armada brachte mich jetzt zurück zu dem Spiel. Warum ausgerechnet Armada das geschafft hat und was an Sins eigentlich so verdammt gut ist, dass erfahrt ihr hier auf Hineingestolpert.

Der erste Release war 2008 und ich war vor kurzem erstaunt, dass Sins of a Solar Empire immer noch lebt und mit Patch 1.96 am 22.06.21 sogar noch ein Update erhalten hat. Nach der Standalone Erweiterung Rebellion verlor ich es aus dem Blick, aber ein Mod, der mir Star Trek Armada 3 bescherte, brachte mich jetzt zurück. Ein Spiel, dass besonders durch die Modding Community am Leben gehalten wird. In den folgenden Kapiteln will ich mal auf das Spiel blicken und euch zeigen, warum es auch heute noch mehr als einen Blick wert ist.

Über Sins of a Solar Empire

Sins of a Solar Empire stellt eine Mischung aus Echtzeitstrategie und 4x Spielen dar, die es so zu der Zeit noch nicht gegeben hatte. Bevor es im Spiel losgehen kann, läßt einem das Spiel die Möglichkeit es sich so anzupassen, wie man es möchte. Mit welchen Fraktionen wird gestartet, wie sehen die Start- und Siegbedingungen aus, ist die Karte Zufallsgeneriert oder vorgefertigt und vieles mehr lässt sich feineinstellen.

Es läuft auch heute problemlos auf modernen Rechnern, da die Entwickler es weiterhin pflegen. Es sieht auch noch gut aus und das Stufenlose zoomen bietet eine gute Übersicht über kleine und große Sternenreiche. Ganz nah dran sieht man jeden einzelnen Jäger durch das All gleiten und auf der größten Zoomstufe hat man ein Überblick über das Sternensystem und erhält einen Überblick über das eigene Reich. Das geht butterweich von ganz nah dran bis ganz weit raus und zurück.

So spielt es sich

Jetzt aber zu dem interessanten Teil. Für meine Rückkehr ins Spiel wählte ich die aktuelle Standalone Erweiterung Rebellion mit allen DLC aus. Wie damals wählte ich die TEC Fraktion, die optimal fürs Eingewöhnen ist. Das ist die Menschen Fraktion, weshalb sie am leichtesten zu verstehen ist. Ich startete in meinem Heimatsystem mit 2 leichten Werften, einer schweren Werft, Minen zur Ressourcengewinnung und eine paar Erkundern. Wissen ist Macht und so schickte ich meine Erkunder aus, um Informationen zu sammeln. Ein Asteroid und ein Eisplanet grenzten an mein System, wobei der Asteroid nur wenig Feindaktivität aufwies.

Das erste Gefecht

Der Anfang ist entscheidend

Da ich den Eisplaneten noch nicht besiedeln konnte, da mir die entsprechende Forschung noch fehlte, schickte ich meine erste Flotte zu dem Asteroiden. Die Flotte bestand aus einem Kolonialen Schlachtschiff und 4 Zerstören, die ich während der Erkundung bereits bauen ließ. Die Feinde konnten meiner Übermacht nicht standhalten und zerbarsten unter dem Feuer meiner Flotte. Damit verdiente sich das Schlachtschiff den ersten Erfahrungspunkt und konnte zukünftig eine Gauskanone einsetzen. Zu dem Zeitpunkt konnte mein Kolonieschiff eingreifen und mir das System sichern. Danach baute ich das System gleich aus, um schnell Steuereinnahmen zu erzielen.

Ein feindliches Universum

So beginnt meine erste Partie Sins of a Solar Empire nach ein paar Jahren Pause und wieder zog es mich in den Bann. Ich baute die ersten Systeme aus mit Forschungsstationen, verbesserte die Planetenstrukturen und entwickelte meine Flotte zu einer Schlagkräftigen Truppe. Der erste Krieg zog auf, aber nicht wie geplant gegen die Vasari, sondern gegen Piraten. Eine große Flotte griff meine Grenzwelten an, da die Vasari sie dafür bezahlt hatten.

Die Systemübersicht

Zum Glück hatte ich das erste System, in das sie einfallen wollten mit Hangars und Geschützen zu einer kleinen Festung ausgebaut. Das verschaffte mir Zeit meine Flotte dorthin zu verlegen. Die piratenflotte trieb nun als Trümmerfeld in meinem System und ich begann meine Rache zu Planen. Der große Krieg sollte schon bald beginnen.

Die Entwicklung von Sins of Solar Empire

Ironclad Games entwickelte Sins of a Solar Empire in einer Kooperation mit Stardock, die auch der Publisher waren. Ironclad Games wurde 2003, von ehemaligen Mitarbeitern von Rockstar Vancouver gegründet und sie waren es, die hauptsächlich für die Entwicklung von SOSE verantwortlich waren. In einem Interview gab Blair Fraser, einer der Gründer von Ironclad Games, einen Einblick in die Entwicklung ihres Spiels. 9 Leute arbeiteten 2008 im Kernteam an Sins und ihre Inspiration waren große Science-Fiction Autoren wie Heinlein, Niven, Herbert und andere. In einem anderen Interview nannte er noch ein Buck Rogers Brettspiel als Inspiration. (Siehe Quellen)

Ein Jahr lang arbeitete Ironclad an dem Prototyp und begannen 2005 die Entwicklung mit Eigenkapital. Ziel war ein Release im Februar 2007. Die Suche nach einem Partner in der Entwicklung gestaltet sich zuerst schwer, denn niemand wollte das Risiko eingehen eine Mischung aus einem RTS und einem 4x Game finanziell zu unterstützen.

Stardock kommt dazu

Im Sommer 2006 trafen sie dann allerdings auf Stardock, die gerade mit Galactic Civilization 2 ein erfolgreiches Strategiespiel im Science-Fiction Setting herausgebracht hatten. Sie sahen in Sins of a Solar Empire ein großes Potential zu einem AAA Titel zu werden. Mit ihrer Finanziellen Hilfe und Unterstützung durch ihre Entwicklungskompetenz wurde der Release erstmal auf August 2007 verschoben, wodurch sie mehr Zeit gewannen.

Die Synergien nutzen sie um unter anderen die Ressourcen, die Forschung und die Flottengestaltung nochmal zu überarbeiten. Hier gab es zwar deutliche Fortschritte, allerdings zeigte sich auch, dass auch der neue Releasetermin nicht zu halten war. Wie ambitioniert die Ziele waren, die sie sich gesteckt hatten, führten dann auch dazu, dass es keine Singleplayer Kampagne geben sollte, um den neuen Termin zu schaffen.

Der Release

Sins erschien im Februar 2008 dann ohne Kopierschutz, womit Stardock bereits bei Galactic Civilization 2 gute Erfahrungen gemacht hatte. Der Release war damals ein kleiner Erfolg. 500000 Einheiten konnten bis September 2008 abgesetzt werden. 100000 davon waren Digitalverkäufe. Bei einem Budget von 1 Millionen USD ein gelungener Start und es verkauft sich mit seinen Erweiterungen bis heute. Seit dem Update 1.9 bietet es sogar Auflösungen bis hin zu 4K.

Trotz des verschobenen Termins gab es aber auch Probleme, die mit mehr Zeit und Geld so nicht aufgetreten wären. Die AI war zu Beginn zu schwach, die Berichterstattung in der Presse war nicht so umfangreich wie sie hätte sein können und mehr Umfang hätten dem Titel noch einmal geholfen. Geplant war zum Release auch der Start von Impulse, der digitalen Vertriebsplattform von Stardock. Diese wurde aber nicht rechtzeitig fertig und startete erst im Juni 2008. 

Die Engine

Mit der Iron Engine wurde für Sins of a Solar Empire eine Engine entwickelt, die speziell den Anforderungen des Spiels gerecht werden sollten. Sie sollte zum Beispiel folgendes ermöglichen:

  • Sehr umfangreiche Karten
  • Stufenloses Zoomen von sehr naher Ansicht hin zu einer Kompletten Übersicht
  • Auch auf älteren Systemen lauffähig
  • Riesige Systeme mit tausenden von Planeten, wenn die Hardware es mitmacht
  • Hunderte von Schiffen, welche gleichzeitig angezeigt werden können
  • Ein Beleuchtungssystem, dass die Kämpfe besonders gut zur Geltung bringen sollte

Version 1 der Engine wurde für Sins of Empire genutzt und Version 2 für Sins of a Dark Age, dass allerdings kein Erfolg war.

Mods für Sins of a Solar Empire

Eine aktive Moddingcommunity und ein Spiel, dass eine gute Basis bietet, sind eine Kombination, die Spielen ein langes Leben verschaffen kann. Genau das trifft auf Sins of a Solar Empire zu. Ironclad Games lieferte etliche Erweiterungen, die das Gameplay nochmal stark erweiterten und mit Mods können die Spieler das Spiel zu dem machen, was ihr Herz begehrt. Die Mod, die mich selbst wieder in die Schlachten um ganze Sternenreiche gebracht hat, will ich hier noch kurz vorstellen

Star Trek Armada 3

Die für mich spannendste Mod ist Star Trek Armada 3. Nach den 2 offiziellen Teilen erhält man hiermit eine Möglichkeit die Kämpfe von Armada 1 und 2 auf ein neues Niveau zu bringen. Meiner Meinung nach ist diese Mod eines der besten Star Trek Spiele und man merkt die Leidenschaft, welche hineingesteckt wurde. 10 Jahre wurde daran gearbeitet und Mitte 2021 war es endlich fertig. Das ist eine sogenannte total conversion und verändert das komplette Spiel. Vom Interface, über die Forschung bis hin zu allen Schiffen, ist hier alles im Star Trek Universum angesiedelt. Das Intro ist neu, die Sprachausgabe sind vetraute Stimmen aus Star Trek und für jeden Fan, den Englisch nicht abschreckt, ist es eine absolute Empfehlung. Hierzu wird es auch noch ein einen ausführlicheren Beitrag auf Hineingestolpert geben.

Zum Star Trek Mod

Es gibt aber auch viele andere Mods die einen Blick Wert sind und das Spiel in spannende neue Settings bringen, oder die Mechaniken anpassen. Ich werde im Rahmen der ausführlichen Armada 3 Besprechung dann noch ein paar Empfehlungen aussprechen.

Tipps und Tricks

Die TEC

Die beste Fraktion für den Start sind die Tec. Sie lässt sich ohne Vorkenntnisse am leichtesten „lesen“ und bietet eine gute Mischung aus Verteidigungs- und Angriffspotential. 

Ihre Schiffe liegen bei den Baukosten, zwischen denen der 2 anderen Fraktionen und man kann, bereits mit kleineren Flotten schnell Erfolge erzielen. Ihre Schilde und Hüllen können gut was einstecken, was gerade Neueinsteigern in Gefechten entgegenkommt.

Zu Beginn baue ich immer gerne das Koloniale Schlachtschiff und stelle ihm ein paar Zerstörer an die Seite. Damit lassen sich gefahrlos die ersten leicht verteidigten Systeme dem eigenen Reich hinzufügen und das Schlachtschiff kann gefahrlos die ersten Levelpunkte sammeln.

Das erste Schlachtschiff meiner Flotte

Sie besitzen eine starke Waffe, um Planeten zu bombardieren. Wer auf diesem Wege Planeten bevorzugt den Frieden bringen will, ist hier richtig.

Die Kulturrate der TEC ist eher mittelmäßig.

Die Vasari

Wer gerne offensiv spielt, der sollte sich die Vasari ansehen. Sie bieten die größte Angriffskraft und haben Vorteile in der Militärforschung. 

Alles hat zwei Seiten und bezahlen die Vasari ihre Vorteile mit entsprechenden Nachteilen. Im Zivilen Bereich ist ihre Forschung eher schwach und die Schiffe sind zwar stark, aber auch teuer in der Produktion. Verluste schmerzen hier besonders.

Ihre Stärkste Waffe zielt besonders stark auf Strukturen, damit der Orbit schneller von feindlicher Präsenz befreit werden kann.

Durch den Bau von Portalen in möglichst vielen System, können die Vasari ihre Flotten schnell bewegen und ihre Angriffskraft schnell an unterschiedlichen Orten einsetzen.

Die Kultur ermöglicht im Late Game eine Verstärkung der Angriffsfähigkeit

Die Advent

Wenn eine gute Verteidigung ein fester Bestandteil der eigenen Strategie ist, dann sollte man zu den Advent greifen.

Ihre Schiffe sind billig in der Herstellung und besonders in großer Zahl sind sie ein gefährlicher Gegner. Sie besitzen zwar über gute Schilde, wobei ihre Panzerung aber nicht viel aushält.

Kulturell sind sie die stärkste der Fraktionen.

Allgemeine Tipps

Der Start

Wissen ist Macht, also versucht so früh wie möglich alles um euer Reich herum zu erkunden.

Zu Beginn sind Asteroiden die leichtesten Ziele. Nur schwach verteidigt, reicht bereits ein kleiner Flottenverband, um sie dem eigenen Reich einzuverleiben.

Erdähnliche Planeten sind zwar lohnende Ziele, allerdings auch stark verteidigt. Hier also Vorsicht vor einem überstürzten Angriff.

Baut an strategisch wichtigen Stellen ein System zur Festung aus, also taktische Kapazität voll ausbauen, nur Hangarverteidigung und schütz den Planeten mit Geschützen. So reicht auch eine kleine Flotte zur Verteidigung, oder ihr verschafft euch Zeit, um größere Flotten dort hinzubringen.

Der Handel

Einnahmen erhält man durch die Einwohner von Planeten und durch Handel. Gerade zu Beginn sollte man darauf achten, dass Planeten möglichst schnell Gewinn einbringen. Achtet auch in der Forschung auf Optionen, um die Erträge zu erhöhen.

Handel wird durch Handelsposten ermöglicht, allerdings richtig lukrativ wird das erst wenn mehrere Planeten so miteinander verbunden werden.

Die Kultur

Kultur beeinflusst die Loyalität der Welten zu euch und sinkt mit der Entfernung zur Heimatwelt. Baut Strukturen, die extra der Verbreitung eurer Kultur dienen, um das Wachstum eures Reiches auszugleichen.

Achtung! Bei geringerer Loyalität sinkt auch euer Einkommen. Ist eure Kultur in einem System vorherrschend, dann können andere Fraktionen es nicht besetzen, oder es kann zu einem Aufstand kommen, wenn es von anderen bereits besetzt ist.

Fazit zu Sins of a Solar Empire

Wer Spiele wie Star Trek Armada 1 und 2 mochte, der sollte sich Sins of Solar Empire allein wegen der Armada 3 Mod einmal ansehen. Mich hat es wieder gepackt und das erste kurze anspielen führte zu einer 3 stündigen Spielsitzung, die mich etwas Schlaf kostete, mir einen müden Arbeitstag einbrachte, aber ein unheimlich spannendes Gefecht mit sich brachte. Ich hatte fast vergessen wie gut es sich anfühlt die ersten Systeme zu erobern, die eigene Flotte wachsen zu lassen und ein immer größer werdendes Reich zu verwalten.

Da es bis heute von Ironclad Games gepflegt wird, funktioniert es bis heute auch auf alten und neuen Systemen. Als nächstes werde ich die Mods nochmal erkunden und sehen was das Spiel in der Hinsicht noch bietet.

Verfügbarkeit von Sins of a Solar Empire

Hier gibt es SOASE zu kaufen:

Die Ultimate Edition auf gog.com

Die Ultimate Edition auf Steam

Oder wer lieber eine Diskversion will, der findet sie hier bei Amazon:

Hierbei handelt es sich um einen Affiliate-Link. Durch einen Kauf über diesen Link werde ich am Umsatz beteiligt. Dies hat für Dich keine Auswirkungen auf den Preis.

Quellen zu Sins of a Solar Empire

Die offizielle Seite des Spiels

Die Seite von Ironclad Games

Interview mit Brian Fraser auf Gaming Nexus (Englisch)

Postmortem über die Entwicklung auf Gamasutra (Englisch)

Eine Übersicht der Iron Engine (Englisch)

Wikipedia zu SOSE

Das Buck Rogers Brettspiel

Kurzmeldung zu den Verkaufszahlen

Verkaufzahlen und Budget (Englisch)

Die Bilder habe ich als Screenshot in der aktuellen Version von Sins of a Solar Empire Rebellion selbst erstellt.

Kommentar verfassen

Powered by WordPress.com. von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: