Star Trek Invasion und die Schlacht meines Lebens?

Wer im Jahr 2000 eine Playstation 1 hatte und dazu noch Star Trek Fan war, der stolperte zwangsläufig auch über Star Trek Invasion. Dort schlüpft man in die Rolle von Ryan Cooper, der auf dem Pilotensitz einer Valkyrie Platz nimmt. Die Valkyrie ist der heute vergessene Kampfflieger der Sternenflotte.  Unter dem Kommando von Lt. Commander Worf bekämpfen wir als Teil des Roten Schwadrons die Feinde der Sternenflotte.

Das Spiel orientiert sich mit seinem Setting an Star Trek The Next Generation, wobei es noch mit Originalsprechern glänzt. So hört man im laufe des Spiels Patrick Stewart (Jean Luc Picard) und Michael Dorn (Worf). Schafft man es auf einige Details nicht zuviel Wert zu legen, dann kann man mit Star Trek Invasion seinen Spaß haben. Bevor ich aber über die Technik rede, fangen wir erstmal am Beginn der Geschichte an.

Der Klappentext von Star Trek Invasions

Borgschiffe rasen heran, Romulaner attackieren plötzlich Schiffe der Förderation, und ein angesehener Captain der Sternenflotte wird zum Abtrünnigen und nimmt auch noch sein Schiff mit! Sie sind ein Piloten-As der taktischen Elite-Streitkraft Rote Schwadron unter dem Kommando von Lt. Commander Worf, und es liegt an ihnen, die Zusammenhänge hinter diesen mörderischen Ereignissen aufzudecken. Am Steuer eines einsitzigen Kampfgleiters namens „Valkyrie“ finden sie und ihre Staffel-Kameraden sich in der Schlacht ihres Lebens wieder…

Sternzeit 54101.02 und die Geschichte beginnt

Lt. Commander Worf gibt seine erste Ansprache an das Rote Schwadron. Üben steht auf dem Plan. So steige ich als Ryan Cooper in meinen Valkyrie Kampflieger und durchlaufe das Trainingsprogramm der Sternenflotte. Ringe durchfliegen und das mit einem Zeitlimit. Pflichtschuldig absolviere ich diese erste Mission und übe mich in der Steuerung meiens Schiffes. Der Teil ging noch Problemlos von der Hand. Danach soll ich mich mit dem traktorstrahl vertraut machen. Über die Kreistaste und das Steuerkreuz kann ich Waffen und Zubehör durchschalten. Das ist gut gelöst und macht auch keine Probleme wenn es schnell gehen muss. Die 3 Ziele ziehe ich dann schnell durch 3 dazugehörige Ringe und weiter geht’s im Training.

Der erste Waffentest folgt nach dem Flugtraining. Ein paar stationäre Satelliten sind leicht abzuschießen, aber es fällt schwer sie zwischen den Asteroiden zu erkennen. Hier zeigt sich die Schwäche der damaligen Hardware und zusätzlich der Darstellung auf einem modernen Monitor.

Als letzter Teil der Prüfung gilt es bewegte Ziele zu zerstören und das kostete mich erste Nerven. Während die Ziele enge Kurven um Asteroiden flogen, stieß ich ständig an unsichtbare Kanten. Jedes Mal mit einer Vollbremsung verbunden. Etliche Versuche brauchte ich, um innerhalb des Zeitlimits die Ziele zu erwischen. So sahen Tutorials früher aus und das Zeitlimit dient nur der Erhöhung des Schwierigkeitsgrades, bietet aber ansonsten keinen Mehrwert für die Spielerfahrung. Das wiederholt sich dann zweimal, da einmal ja noch nicht genug Spaß gemacht hat.

Die erste richtige Mission

Die erste richtige Mission lässt uns gegen Romulaner kämpfen. Zwischendurch meldet sich Worf und treibt somit die Geschichte voran, während wir Welle um Welle der Romulanischen Jäger abschießen. Die dritte Welle bringt dann auch mal einen Warbird ins Spiel. Kommt man dem Warbird zu nah, dann gerät man in ein Dämpungsfeld, welches alle Waffen deaktiviert. So bleibt mir nur aus der Distanz die Schilde des Warbirds langsam zu zermürben und dabei die feindlichen Jäger abzuschießen. Gerade das anvisieren der Jäger ist durch die Steuerung nie präzise möglich und so zieht sich der Kampf unnötig in die Länge.

Der Rest des Spiels zeigt sich von hier an  allerdings recht unkreativ. Meistens wehrt man Welle um Welle an Gegnern ab und trifft dabei immer wieder auf die gleichen Gegner. Die Borg werden ja bereits zu Beginn als große Bedrohung etabliert und zeigen sich dann recht schnell im Laufe der Handlung. 

Nicht das kreativste Spiel, aber als reine Ballerbude macht es Spaß. Zwischendurch merke ich nur nicht mehr viel von Star Trek, was allerdings auch dadurch kommt, dass ich so ein Gameplay einfach null mit Star Trek verbinde. Da bringen die kurzen Story Parts die Stimmung leider kaum wieder auf.

Das Entwicklerstudio Warthog Games

Das Warthog Games Entwicklerstudio wurde 1997 gegründet und begann 2002 damit verschiedene Studios zu kaufen und sich auf diese Weise deutlich zu vergrößern. 2002 wurden sie dann von Tiger Telematics aufgekauft und ihr Fokus lag ab dann auf Entwicklungen für den Gizmondo Handheld.

Der Gizmondo Handheld wurde im März 2005 auf den Markt gebracht und war ein gründlicher Flop. 14 Titel erschienen für den Handheld und 30 weitere waren in der Entwicklung. Gestoppt wurde die Entwicklung der Spiele und der Verkauf der Gizmondo dann durch den Bankrott von Tiger Telematics. Die Geschichte dazu werde ich vielleicht in einem eigenen Artikel verarbeiten. Das bietet auf jeden genug Material und beeinhaltet Fehlplanung, verschwundene Gelder und organisierte Kriminalität.

Warthog Games entwickelte bis zur Schließung im Jahr 2006 insgesamt 19 Spiele.

  • Starlancer (2000)
  • Star Trek: Invasion (2000)
  • Tom and Jerry in House Trap (2000)
  • Tiny Toon Adventures: Buster Saves the Day (2001)
  • Tiny Toon Adventures: Wacky Stackers (2001)
  • Tiny Toon Adventures: Plucky´s Big Adventure (2001)
  • Rally Championchip Xtreme (2001)
  • Loons: The Fight for Fame (2002)
  • Robot Wars: Extreme Destruction (2003)
  • X2: Wolverine´s Revenge (2003)
  • Harry Potter and the Philosopher´s Stone (2003)
  • Rally Championship (2003)
  • Mace Griffin: Bounty Hunter (2003)
  • Battlestar Galactica (2003)
  • Looney Tunes: Back in Action (2003)
  • Future Tactics: The Uprising (2004)
  • Richard Burns Rally (2004)
  • Animaniacs: The Great Edgar Hunt (2005)
  • Animaniacs: Light, Camera, Action! (2005)

Fazit zu Star Trek Invasion

Zu seiner Zeit war Star Trek Invasion ein richtig gutes Spiel. Wer Star Trek mochte und Weltraum Shooter, der bekam hier eine gewöhnungsbedürftige Kombination. Gestört hat mich allerdings auch die Musik während der Missionen. Eigentlich als Gefechtsuntermalung gedacht, zerstörte sie bei mir jedes Star Trek Gefühl. Aus nostalgischem Interesse war es schon lohnend es noch einmal angespielt zu haben, aber bereits nach der zweiten Mission war die Luft für mich raus. Zu sehr hatte ich mit der schwammigen Steuerung zu kämpfen und der schlechten Kollisionsabfrage.

Zusätzlich habe ich keinen Röhrenfernseher mehr zur Verfügung, so dass ich das Signal abgreifen und auf meinem Monitor anzeigen muss. Das Bild ist dadurch sehr verwaschen und Gegner lassen sich schlechter erkennen. Das Markieren der Gegner ist oft die einzige Möglichkeit gewesen sie frühzeitig zu erkennen.

Wer damit leben kann hier ein Star Trek Spiel zu bekommen, das nicht so richtig in das Star Trek Universum passen will, der bekommt ein nettes Playstation 1 Spiel. Als ich es damals gespielt hatte, habe ich durchaus Spaß damit gehabt und es als gutes Spiel verbucht. Heute bin ich andere Standards gewöhnt und da hat es einen schweren Stand.

Ich würde eher Star Trek Legacy empfehlen. Zum Let´s Play von Legacy geht es hier Entlang: Zum Let´s Play

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