Star Trek – The Game of the Future of Mankind

1989 erschien für den Amiga Star Trek – The Game of the Future of Mankind. Ein Spiel, dass als reines Fanprojekt von Tobias Richter entwickelt wurde. Für ein Freeware Fanprojekt, ist es auch heute noch beachtlich was da alles drin steckt.

Die Enterprise NCC-1701-A

Wir übernehmen das Kommando über die gute alte Enterprise, nehmen im Sitz des Kommandanten Platz und starten in ein Universum voller Abenteuer. Zu Beginn sehen wir von unserem Platz aus auf die Brücke und am Bildschirmrand können wir alle wichtigen Stationen anwählen. Kaum Platz genommen, kommt eine Meldung der Sternenflotte hinein. Wir öffnen die Kommunikationsstation und erfahren, dass wir eine Delegation von Shar nach Kars IV transportieren sollen.

Die Brücke der Enterprise NC 1701 A

Von der Navigation aus wählen wir Shar als Ziel aus und starten unsere Reise. Zuerst verlassen wir den Orbit mit Impulsgeschwindigkeit und wechseln erst dann zur Warpgeschwindigkeit. Dort angekommen nehmen wir die Delegation auf und setzen unseren Kurs auf Kars IV. Plötzlich tauchen dort Klingonen auf. 3 Birds of Prey wollen uns abfangen. Roter Alarm. An der Waffenstation übernehmen wir persönlich die Kontrolle und richten das Schiff aus. Den ersten Gegner im Blick, gebe ich dem Computer die Zielpunkte für Phaser und Torpedos. Feuer Frei! Nach einem kurzem aber intensiven Gefecht sind von den klingonischen Schiffen nur noch Trümmer übrig und wir können unsere Reise fortsetzen.

Die Waffenkontrolle hier beim zerstören von Asteroiden

So erleben wir unsere eigene Geschichte an Bord der Enterprise und absolvieren verschiedene Missionen und treffen auch immer wieder auf Feinde.

Star Trek -The Game of the Future of Mankind

Für ein Fanprojekt hat das Spiel einen beachtlichen Umfang. Die Missionsarten fangen zwar schnell an sich zu wiederholen, aber um in die Original Star Trek Serie ein Stück weit nachzuspielen, ist es top. Nicht nur die Stationen auf der Brücke sind alle anwählbar und haben auch eine Funktion, sondern auch die anderen Bereiche des Schiffes kann man besuchen. Hier darf man nur nicht zuviel Grafikpracht erwarten.

Die Schiffsübersicht mit allen Stationen

Im Transporterraum können wir auch wirklich Dinge auf das Schiff, oder vom Schiff weg beamen. Im Hangar finden wir unsere Shuttles und erfahren auch in welchem Zustand sie sind. Darüber hinaus gibt es noch den Medizinischen Bereich, die Landebucht, die Offiziers Lounge, den Maschinenraum und den Frachtraum. Alles mit Funktion und einem Sinn im Spiel. Grafisch ist das Schiff in Grau gehalten und auch die Menüs glänzen nicht gerade mit Farben. Dafür sind allerdings angreifende Schiffe in leuchtenden Farben erstellt.

Der Transporter

Auf Planeten kann man leider keine Missionen machen, da Tobias Richter in einem Interview zwar bestätigte, dass es geplant war, aber aufgrund des Aufwandes nicht umgesetzt werden konnte. Beeindruckend ist insgesamt, wieviel Detailtreue in dem Spiel steckt. So hat er zum Beispiel darauf geachtet, die Warp Geschwindigkeit richtig einzubauen. Warp 12 ist im Spiel wirklich 1700 mal schneller als Warp 1. Hätte ich jetzt nicht bemerkt, wenn es anders gewesen wäre, aber für Technik begeisterte Trekkies bestimmt interessant zu wissen.

Die Sternenkarte, über die wir Navigieren.

Tobias Richter alias „Trekking Tobi”

Geboren wurde der gebürtige Darmstädter 1967 und seiner Leidenschaft für Star Trek ist Tobias auch später treu geblieben. Er erstellte beispielsweise den 5 Minütigen  Eröffnungsfilm für die FedCon 2009 und erstellte dafür detailgetreue CGI Modelle der USS Kelvin und der USS Enterprise.

Die Cover der VHS Hüllen von Star Trek the Next Generation stammten auch von ihm. Heute nicht mehr so häufig zu finden, aber es sollte schon noch erwähnt werden. Wer also noch so ein Relikt im Regal hat, der weiß jetzt wer die für die Gestaltung zuständig war.

Mit seinem Design Studio The Light Works erstellt er seit über 25 Jahren bereits Grafiken, Modelle, Texturen, visuelle Effekte und einiges mehr für Spiele, Filme und Serien. Dabei auch immer wieder für verschiedene Star Trek Produktionen. Das aktuellste ist ihre Arbeit an einem Trailer für das kleinste Star Trek Museum der Welt. Das Raumschiff Eberswalde habe ich unter den Quellen verlinkt.

Seit diesem Jahr unterstützen sie auch Rockfish Games bei ihrer Arbeit an Everspace 2. Ein beeindruckender Weltraumshooter, der jetzt zwar nichts mit Star Trek zu tun hat, aber trotzdem seine Qualitäten hat.

Fazit zu Star Trek – The Game

Ein kurzer Blick auf ein altes Amiga Spiel, über das ich eher zufällig gestolpert bin. Optisch macht es nicht viel her, aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen es einmal auszuprobieren. Ich mag die Details die darin umgesetzt wurden. Als Spiel funktioniert es heute nicht mehr so gut, da ein roter Faden fehlt, der einen mit einer durchgehenden Story durch das Spiel begleitet. So erfüllt man die Lieferaufträge und bekämpft die angreifenden Romulaner und Klingonen. Aber für ein Fanprojekt von 1989 echt beeindruckend. Wer es noch nicht kennt, sollte es mal nachholen und diese Lücke schließen.

Gespielt habe ich es über den Amiga Forever Emulator auf dem PC und den Link zum Spiel habe ich über die Wiki entdeckt. Mit einem Emulator ließ es sich recht problemlos starten und machte auch danach keine Probleme. Bei den Einstellungen muss 1 MB Chipspeicher eingestellt werden und ansonsten keinen weiteren Speicher. Gespielt wird mit dem Amiga 500 1.3

Fun Facts am Ende

Wollte man damals das Spiel haben, dann konnte man es sich ja nur schwer aus dem Internet besorgen. Gab es schließlich so noch nicht, also war der direkte Weg der einfachste. Tobias anschreiben und ihm für die Disketten plus Versand 13 DM zukommen lassen. Nur wenige Tage und man konnte sich auf sein Star Trek Spiel freuen. Ja das war alles etwas anders früher.

Bei dem Interview empfehle ich auch die Preisliste auf der Seite daneben mal anzusehen. Ich zitiere: „Alle reden davon: PC Engine die Superkonsole aus Japan“. Heute Retro und damals Top Aktuell für 449,- DM mit einem Spiel dabei. Mein damals geliebtes Oil Imperium kostete zu der Zeit noch 59,- DM für den Amiga und mit Sternchen markierte Spiele gefielen den Mitarbeitern des Shops besonders gut. Ein Fest für Nostalgiker.

Quellen

Interview mit Tobias Richter

Über Tobias Richter

The Light Works

The Light Works auf Facebook

Wiki zum Spiel

Raumschiff Eberswalde auf Facebook

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